Deutsche gelten als besonders organisiert und strukturiert. Dies zeigen sie auch beim Suchverhalten. Planlos auf die Suche begeben sich die wenigsten. Im Schnitt haben zumindest mehr als die Hälfte der befragten Deutschen eine relativ genaue Vorstellung von dem gewünschten Objekt, und zwar am konkretesten im Fall von Versicherungen. Hier wissen 81% der Suchenden exakt, was sie wollen. Bei einer Immobilie wissen es 77,4%, gefolgt von 71,6% bei der Suche nach einer Geldanlage. Bei der Suche nach einem Partner zeigen sich die Deutschen flexibler, nur etwas mehr als die Hälfte (57,3%) definieren vor der Suche den Traumpartner genau. Auch beim Autokauf lassen sich viele gerne inspirieren, denn 35,3 % haben im Vorfeld kein genaues Bild von ihrem neuen Wagen.
Je konkreter die Vorstellungen vor der Suche sind, desto schneller werden die Befragten fündig, zumindest gilt dies für die Bereiche Versicherung und Geldanlage. Im Schnitt wird danach fünf Wochen gesucht, die Suche nach einem Partner dehnt sich auch schon einmal über 26 Wochen aus, übrigens egal, ob vor der Suche eine konkrete Vorstellung besteht oder nicht. Auch die Suche nach einer Immobilie und einem Job zieht sich mit rund 20 bzw. 17 Wochen deutlich stärker in die Länge als beispielsweise die Suche nach einem Auto, die durchschnittlich acht Wochen dauert.
Da sind sie eigen: 62,5% aller befragten Deutschen suchen lieber allein als mit anderen zusammen. Bei den Onlinern suchen 75,7% lieber solo, bei den Offlinern 56%. Wenn sie in Gemeinschaft auf die Suche gehen, dann am liebsten zusammen mit ihrem (Ehe-)Partner. Hier gibt es allerdings einen deutlichen Unterschied: Von den Offlinern suchen 78,8% mit ihrem Partner an der Seite. Bei den Onlinern sind es nur 64,7%.
Bei der Suche holen sich auch Internetnutzer, die vorwiegend allein auf der Pirsch sind (77,9%), ab und zu eine Einschätzung bei nahestehenden Personen. Eltern/Familie/Verwandte haben in den Bereichen Immobilien (41,1%), Auto (37,5%), Geldanlage (36,3%) und Versicherungen (34,7%) den größten Einfluss. Bei der Partnerwahl hingegen zählt der Rat von Freunden/Bekannten mit 65,6% deutlich mehr als der von Angehörigen (13,1%). Auch bei der Jobwahl steht die Meinung von Freunden/Bekannten höher im Kurs (34% vs. 27,4% Eltern/Familie/Verwandte). Die Einschätzung von Experten wird vergleichsweise wenig genutzt; Berufsberater: 2,8%; Autohändler: 3,0%; Finanzberater für Geldanlagen: 4,4%, Versicherungsberater: 2,0% und Makler: 4,8%. Auch die Meinung von Kollegen ist nicht gefragt; sie haben einen Einfluss von 3,1% bis 4,7% je nach Bereich – werden aber bei der Partnerwahl gar nicht gefragt.
Die (Ehe-)Partner müssen sich nicht vernachlässigt fühlen: Wird ihr Rat während des Suchvorgangs in fast allen Bereichen weniger in Anspruch genommen als der von Eltern/Familie/Verwandten und Freunden/Bekannten, so beeinflussen sie die letztendliche Entscheidung bei Immobilien (49,8%), Auto (48,9%), Versicherungen (25%), Job (24,1%) und Geldanlage (21,3%).